Tysk
"Oversættelse"
07. marts 2007 af
Liiinee (Slettet)
Er der nogen, der kan oversætte det her til et tysk sprog så jeg forstår:
Man signalisiert hier, daß man selber verhindert ge-wesen sei - und man es deshalb respektiert, daß der andere ebenfalls verhindert war. - Sie se-hen also: Es handelt sich um ein sehr komplexes, durch und durch konventionalisiertes Ritual von stereotypisierten Vorgaben und entsprechend stereotypisierten Rückantworten, die auszu-tauschen die Höflichkeit gebietet, die - wie ich schon sagte - nicht direkt die Absicht benen-nen, aber sich im Prinzip so nahe an der Realität bewegen, daß der Gesprächspartner hinrei-chend genau informiert ist.
Das Stichwort, daß den Gesprächspartner über die unausgesprochenen Absichten von Judith Keith in Kenntnis setzt, lautet „Amsterdam“. War Paris während des Vorkriegsexils das Zentrum der „politischen Emigration“, so war Amsterdam das Zentrum der „jüdischen Emigration“. Die Niederlande waren nahe Nachbarn, in der Kultur traditionell mit Dtld. eng verbunden, und insbesondere Amsterdam war eine Stadt mit starker, alteinsässiger jüdischer Minorität. Man glaubte sich in Amsterdam als jüdischer Emigrant als sicher vor dem Antise-mitismus.
Ich gehe auf die Szene „Die jüdische Frau“ nicht mehr weiter ein, weil ich eigentlich die Grundanlage beschreiben habe. Welchen „Gestus“ diesese Gespräch prägt, ist offensicht-lich: Es ist der Gestus der konventionalisierten, höflichen Unaufrichtigkeit - der Verschleie-rung jeder Emotionalität durch vorgeschobene, ritualisierte Partikel, die die Kommunikation in gleicher Weise befördern wie ihr Grenzen setzen. Das Ziel von Judith Keith - und damit dieses Gespräches - ist es, sich von ihrem und ihres Mannes gemeinsamen Freundeskreis förmlich zu verabschieden, damit alle darüber informiert sind, daß sie - als die störende „Jü-din“ - nun nicht mehr präsent ist, daher der Kontakt zu ihrem Mann wieder aufgenommen werden bzw. unverändert bestehen kann, so daß ihr Mann also in der „liebgewohnten Umge-bung“, behütet und umsorgt, weiterexistiert. - Ich muß sagen, daß mich diese Szene immer neu berührt, weil sie subtil und genau das Ritual bürgerlicher Verschleierung beschreibt. Hier entstehen die Tabus, die Verdrängungen von Wahrnehmung, die wir uns immer wieder - als Historiker - vergeblich bemühen aufzuklären. Denn wer kann nach diesem Gespräch sagen, daß jemand gewußt habe, daß Judith Keith als Jüdin habe fliehen müssen, daß die Trennung von ihrem Mann erzwungen wurde? Nach außen hin sieht es ja so aus, als ob Judith Keith sich von ihrem Mann getrennt habe. Im übrigen: Was Judith Keith wirklich beabsichtigte - das wußte man nicht.
Man signalisiert hier, daß man selber verhindert ge-wesen sei - und man es deshalb respektiert, daß der andere ebenfalls verhindert war. - Sie se-hen also: Es handelt sich um ein sehr komplexes, durch und durch konventionalisiertes Ritual von stereotypisierten Vorgaben und entsprechend stereotypisierten Rückantworten, die auszu-tauschen die Höflichkeit gebietet, die - wie ich schon sagte - nicht direkt die Absicht benen-nen, aber sich im Prinzip so nahe an der Realität bewegen, daß der Gesprächspartner hinrei-chend genau informiert ist.
Das Stichwort, daß den Gesprächspartner über die unausgesprochenen Absichten von Judith Keith in Kenntnis setzt, lautet „Amsterdam“. War Paris während des Vorkriegsexils das Zentrum der „politischen Emigration“, so war Amsterdam das Zentrum der „jüdischen Emigration“. Die Niederlande waren nahe Nachbarn, in der Kultur traditionell mit Dtld. eng verbunden, und insbesondere Amsterdam war eine Stadt mit starker, alteinsässiger jüdischer Minorität. Man glaubte sich in Amsterdam als jüdischer Emigrant als sicher vor dem Antise-mitismus.
Ich gehe auf die Szene „Die jüdische Frau“ nicht mehr weiter ein, weil ich eigentlich die Grundanlage beschreiben habe. Welchen „Gestus“ diesese Gespräch prägt, ist offensicht-lich: Es ist der Gestus der konventionalisierten, höflichen Unaufrichtigkeit - der Verschleie-rung jeder Emotionalität durch vorgeschobene, ritualisierte Partikel, die die Kommunikation in gleicher Weise befördern wie ihr Grenzen setzen. Das Ziel von Judith Keith - und damit dieses Gespräches - ist es, sich von ihrem und ihres Mannes gemeinsamen Freundeskreis förmlich zu verabschieden, damit alle darüber informiert sind, daß sie - als die störende „Jü-din“ - nun nicht mehr präsent ist, daher der Kontakt zu ihrem Mann wieder aufgenommen werden bzw. unverändert bestehen kann, so daß ihr Mann also in der „liebgewohnten Umge-bung“, behütet und umsorgt, weiterexistiert. - Ich muß sagen, daß mich diese Szene immer neu berührt, weil sie subtil und genau das Ritual bürgerlicher Verschleierung beschreibt. Hier entstehen die Tabus, die Verdrängungen von Wahrnehmung, die wir uns immer wieder - als Historiker - vergeblich bemühen aufzuklären. Denn wer kann nach diesem Gespräch sagen, daß jemand gewußt habe, daß Judith Keith als Jüdin habe fliehen müssen, daß die Trennung von ihrem Mann erzwungen wurde? Nach außen hin sieht es ja so aus, als ob Judith Keith sich von ihrem Mann getrennt habe. Im übrigen: Was Judith Keith wirklich beabsichtigte - das wußte man nicht.
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